Gegenadrenalin

Neulich musste ich einen Flug erreichen und aus einem idyllischen Nachmittag in Cambridge wurde ein Szenario, in dem ich nach 3 ½ Stunden schweißgebadet das Flugzeug in dem Moment erreichte, als die hintere Tür gerade geschlossen wurde. Drei Stunden Adrenalin pur. Und als ich dann im Flugzeug sitze fällt mir was als erstes ein? „Die Hard 4.0“ und ich bekomme Lust diesen Film, den ich bestimmt schon drei Mal gesehen habe, zum vierten Mal zu sehen. Mein Mann, der das Drama per Telefon aus der Ferne mitbekommen und mir schon Überachtungsmöglichkeiten und Alternativflüge rausgesucht hatte, war erstaunt: kein Abendessen aber Bruce Willis? Hatte aber nichts dagegen, Männer sehen sowas immer gern. 4.0 ist meine Lieblings-„Die Hard“, weil er selbstreferenziell komisch und dabei spannend ist. Der nette HackerDIe hard wird überleben, das ist schnell klar, sonst würde mit dem nicht rumgewitzelt.

Den ganzen Stress nochmal erleben, nur unterhaltsamer, visuell abwechslungsreicher und mit der Gewissheit, dass es gut ausgeht, das ist das, was ich nach der realen Strapaze, die ja keineswegs lebensbedrohlich war, nur stressig eben, brauche.

Fazit: „Die Hard 4.0“ hilft, wenn du einen würdigen Rahmen für deinen Stress suchst, wenn du archaische Methoden über Hightech stellst, wenn du Variationen zum Thema fahren und fliegen liebst oder einfach nur Räuber und Gendarm magst.

Über Greta

Greta Buchholz studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Germanistik an der FreienUniversität Berlin. Ich interessiere mich besonders für Fiktionsbiografien, dafür, wer in welcher Lebenssituation welche Geschichten bevorzugt und auf welche Weise Fiktion unser Leben bereichert.
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